von weiß zu schwarz

Ich weiß, es ist ein etwas komischer Text für einen Blog, aber er beschreibt sehr treffend den Wechsel meines Firmenfahrzeugs.

Mein weißer Passat hat nun nach drei Jahren und 168.000 KM seinen Dienst getan. Somit habe ich jetzt ca. Halbzeit auf dem zum Mond der 384.400 KM entfernt ist. (Ok habe ich auch bei Wikkipedia nachgelesen ;-))

Über Autos zu schreiben ist zwar sehr männlich 😉 aber hat nichts mit diesem Blog zu tun.


 

Daher nun zu dem heutigen Thema:

Veränderung, Lernen, Zeit und üben

Am Donnerstag habe ich das schwarze Auto in Frankfurt übernommen, an dem Tag jedoch kaum Zeit den Wagen einzuräumen, geschweige denn zu „verstehen“. So war dann auch die erste Fahrt, ich habe mich nicht wohl gefühlt.

Ich denke Ihr kennt das auch, neues Auto, neuer PC/neue Software (ich sage nur Windows 8 und Danke! für Windows 10) oder neues Handy. Am Anfang fühlt es sich nicht gut an, wir sind einfach etwas anderes gewohnt und haben das neue noch nicht begriffen.

Zu Routinen und Gewohnheiten schreibe ich vielleicht auch nochmal, heute möchte ich einmal über das begreifen schreiben.

Karsten Brocke sagt zu Recht immer wieder BALANCE ist die wichtigste Kraft. Ich habe 90 Minuten gebraucht um die Balance mit meinem neuen Auto zu erreichen. Am Freitag hieß es Technik jetzt lernst Du mich kennen :-D, auf der Rückfahrt vom begreifen (ich habe jeden Knopf gedrückt :-D) habe ich mich schon ganz wohl gefühlt. Die 90 Minuten üben haben sich gelohnt. Bis heute habe ich noch einige Kleinigkeiten mehr gefunden. Das war auch deutlich einfacher, denn das System hatte ich ja begriffen.

Lothar Späth hat damals vor über zehn Jahren auf einem Seminar eine Geschichte erzählt die ich gerne dem Sinn entsprechen nacherzählen möchte. Denn wenn ich bis hierhin gelesen hätte würde ich spontan so denken:

„Ja der hat ja Zeit, aber ich nicht“ oder „Da hab ich keine Lust zu, muss auch so gehen“

Jetzt zur Geschichte:

Früher war der Opa das beliebteste Familienmitglied beiden Kindern/Enkeln. Denn mit dem konnte man super klettern gehen oder die Kette vom Fahrrad reparieren. Opa hatte einen Werkzeuggürtel und dem verlieh er mit seiner Lebenserfahrung „magische“ Kräfte. 😉

Heute ruft der Enkel den Opa zur Playstation (heute die PS 5) und jetzt kann Opa zeigen was Lebenserfahrung wert ist.

Wie gesagt das war vor 10 Jahren und ich kann mich gut daran erinnern, dass ich damals meinen Opa gefragt habe warum er keinen Führerschein gemacht hat. Er sagte mir, dass er den nicht benötigt und ich habe ihn nie auch nur ein bisschen klagen gehört, er hatte für sich entschieden Bus zu fahren und das andere abgewählt.

Ist das im „alter“ so? Kann ich das nicht mehr lernen? Muss ich das noch lernen oder kann ich das auch abwählen, wäre doch leichter oder?

Viele von euch kennen meinen Gray Beard auch wenn er keinen trägt hat er mich doch als jungen Förster an die Hand genommen und mir in seinem Revier die Fallen, den Treibsand, die Sümpfe und die Schlangennester gezeigt. Dafür bin ich Ihm sehr dankbar und auch jetzt wo er sich in den verdienten Ruhestand verabschiedet hat konnte ich zu dem Thema in diesem Blog von ihm lernen.

Auf meine Nachfrage was er denn jetzt so macht, hat er mir neben seinem Sportprogramm noch folgende Information gegeben:

“ Mit der Technik bin ich super klar gekommen. Mit Fernzugriff auf meine Netzplatte kann ich mir überall auf der Welt meine Dateien abrufen. Mit dem Drucker bin ich noch nicht soweit.”

Und das ist bei weitem nicht alles was er so mit Technik ausgestattet hat 🙂

Für mich gibt es aus diesen Erfahrungen zwei wichtige Punkte:

  1. Nein, es ist nicht das Alter, sondern die Zeit die wir für die Neugier investieren, die uns beim lernen unterscheidet
  2. Wenn Du an einem Punkt entscheiden hast Dich nicht mehr zu entwickeln, ist das in Ordnung, dann hör aber auch auf darüber zu meckern, das es sich weiter verändert.

Heute etwas mehr Text, das war meiner angeschlagenen Gesundheit geschuldet…

Danke für’s lesen

 

Euer

 

Matthias

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